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Im Land der Holzkirchen

Das kleine Haus ist das letzte in der Straße Richtung Ieud. Es ist komplett aus Holz, wie viele der alten Häuser hier im südlichen Maramuresch. Zwei Zimmer, winzig und dunkel, darin alte Möbel, Gebrauchsgegenstände und traditionelle Tücher an der Wand. Unter einem der Betten klafft ein viereckiges Loch, gerade groß genug, dass ein Mensch durchpassen würde. Es gibt nicht mehr viele dieser Häuser, und noch weniger, in denen diese Löcher noch zu sehen sind. Während des Zweiten Weltkriegs waren sie Verstecke, für Vorräte, wertvolles Hab und Gut, oder auch mal für Menschen. In diesem Haus wurde Anuta Busta geboren; heute führt die freundliche Frau mit dem rotblonden Haar gelegentlich Besucher in das kleine Museum.

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Alte Frauen, Bären und ein Wildschwein

"Kommt da runter, ihr Idioten!" Der kahle Kopf des Rumänen ist puterrot vor Wut. "Habt ihr die Schilder nicht gesehen? Überall steht ´Hinaufklettern verboten!´!" Das Pärchen oben auf dem Felsen, dessen Form, aus einer bestimmten Richtung betrachtet, an ein Gesicht und manche Menschen an die Sphinx bei Kairo erinnert, kümmert das wenig. Im Gegenteil, der junge Mann amüsiert sich köstlich und schickt eine obszöne Geste Richtung Schreihals. Der brummelt noch irgendwas von Naturschutz, aber währenddessen klettern schon die nächsten zwei, Poncho und Cowboyhut, auf den "Sfinxu" genannten Felsen.

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An allem ist Stoker schuld!

Die Zeiten, in denen Bran ein kleines, stilles Dorf war sind lange vorbei. Alte, schwarzweiße Fotografien, die mancherorts zu sehen sind, zeigen aus heutiger Sicht idyllische Szenen, im Hintergrund stets die pittoreske Burg, das Wahrzeichen des Ortes. Heute fehlt Bran auf keiner angebotenen Rumänienreise und ist fester Bestandteil von Ausflügen in diese Gegend. Auch wir machten mittlerweile schon häufiger hier Station und entspannten uns für ein paar Tage. Allerdings geschah dies bisher entweder im Frühjahr oder im Herbst, nie im Hochsommer wenn ganz Rumänien Ferien hat. Wir haben Glück und sind schon sehr früh morgens in Bran auf der Suche nach einem kleinen und günstigen Zimmer. Bei den Leuten, bei denen wir die Male zuvor wohnten, ist leider nichts mehr frei, dafür finden wir direkt gegenüber bei einem sehr netten Ehepaar ein Quartier. Während wir vom Balkon aus den exklusiven Blick auf die Burg geniessen, quält sich bereits eine lange Autoschlange, die schon Kilometer vor dem Ort ihren Anfang nimmt, im Schritttempo durch die Hauptstrasse Brans.

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Sarmizegetusa Regia

Tief in den Muntii Sureanu (dt. Brooser Berge) am westlichen Ende des Karpatenbogens siedelten vor über zweitausend Jahren die Daker. Ihr König Decebal, dem es gelang, die zerstrittenen Stämme des Volkes zu vereinigen, ordnete zum Schutz vor Angriffen der Römer den Bau von sechs Festungen an. Die wichtigste unter ihnen und Mittelpunkt der dakischen Welt in den Jahrzehnten um die Geburt Christi herum war Sarmizegetusa (Regia). Schließlich ereilte die Daker aber doch das Schicksal vieler anderer Völker, die sich den Römern entgegenstellten: Sie wurden überrannt und ins Römische Reich eingegliedert. Unter Kaiser Traian übernahmen die Daker im Jahre 106 n.Chr. die römische Ordnung, und viele Jahrhunderte später entstand aus dieser schließlich fruchtbaren Verbindung beider Völker die rumänische Sprache und Identität.

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