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Hunedoara

Im äußersten Südwesten Siebenbürgens bietet sich dem Reisenden zunächst ein sehr trostloses Bild: Zwischen aufgewühlter Erde und Industriebrachen ragen verrostete Metallgerippe und fensterlose Betonklötze in den Himmel.

Und dann entdeckt man zwischen all dem Schutt und all den verfallenden Werksgebäuden auf einmal die roten Dächer und Türme einer vollständig erhaltenen mittelalterlichen Burg. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Burgschloss Corvinesti wirkt inmitten von Hunedoara ein wenig wie eine Erscheinung aus einer anderen Zeit.

Im Schein der grellen Vormittagssonne hat sich in dem gelegentlich für Dreharbeiten angemieteten, sehr gut erhaltenen und gepflegten Burgschloß auch schon eine Besuchermeute versammelt; vornehmlich Schulklassen rennen durch die zahlreichen Räume und füllen ihre Laufzettel aus.

Besonders beeindrucken der geräumige Innenhof und vor allem der große Rittersaal im ersten Stock, der genauso beschaffen ist, wie man sich einen solchen Raum vorstellt und auch schon zahlreich in Filmen gesehen hat. Im spärlichen Licht, welches die Buntglasfenster einlassen, erinnern einen nur die schnatternden Besucher daran, dass die Rittertafel unter den Flaggen an den schlanken Säulen des Kreuzgewölbes nur ein Schaustück ist. Die Burg lädt ein, ihre unzähligen Räumlichkeiten und geheimnisvollen Winkel in aller Ruhe zu erkunden.

Einer der zeitweiligen Besitzer des Burgschlosses Corvinesti, der ungarische Adlige Janos Hunyadi. Da er sich zu Lebzeiten durch ruhmreiche Taten einen Namen machen kann, würden viele Rumänen ihn gerne als einen Landsmann in die Geschichtsschreibung eingehen lassen, und nennen ihn konsequent Iancu de Hunedoara.

Inspiration für Graffitti-Sprayer.

Zwei junge Rumänen, die uns bereitwillig Tipps für unsere Weiterreise geben, berichten von einer Legende über das Burgschloß Corvinesti. So soll die Statue, welche auf der Spitze eines der Türme der Anlage steht, in Wahrheit ein Prinz sein, welcher in seiner Rüstung dort oben platziert worden ist.

Im 15. Jahrhundert wird das ehemalige Castrum von Sigismund von Luxemburg an die Familie Corvin übergeben, die zum Namensgeber der mächtigen Anlage wird. Nachts, wenn Hunedoara seine häßliche Seite in der Dunkelheit versteckt, erstrahlt das Burgschloss über dem finsteren Burggraben, durch den ein kleiner Bach plätschert.

Trotz einiger heller Straßenlaternen leuchtet Orion hell am Himmel, als wir vom Stadtrand aus auf Hunedoara hinabblicken.

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