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Unser Reise-ABC - Teil 1 - A bis I

A wie ANGELN

Angeln stellt sich im Saimaa-Seengebiet als einfacher heraus als gedacht: Einfach eine Angelschnur samt Haken an einen längeren Ast befestigen, einen Köder dran (hier reicht auch schon ein Stück Brotkruste!) und ins Wasser hängen. Ein wenig den Köder zappeln lassen und fertig! Auf dieser Reise haben wir zum ersten Mal überhaupt in unserem Leben eine Angelschnur ausgeworfen, weil wir zum einen gerne Fisch essen und zum anderen der eigene Fang eine günstige Bereicherung unserer Speisekarte darstellt. Zu Freizeit- und Spaßanglern werden wir aber vermutlich nicht werden!

B wie BIBLIOTHEK

Für Regentage, für die Abende im Dachzelt oder zum Nachschlagen oder Lernen haben wir in unserem Hochschrank ein Fach für unsere mobile Bibliothek reserviert. Darin befinden sich für diese Reise Stiller von Max Frisch. Vor vielen Jahren habe ich darüber mein Abitur geschrieben und ich dachte, daß es an der Zeit ist, es mal wieder zu lesen. Und was wäre eine kleine Reisebibliothek ohne mindestens ein Buch von Rüdiger Nehberg. Dieses Mal sind sogar drei vom "Sir-Vival" dabei.

C wie CAMPINGSTÜHLE

Mittlerweile haben wir unsere Campingstühle wirklich zu schätzen gelernt. Sie sind schnell zur Hand, rasch auf- und abgebaut und äußerst robust und werden zu jeder sich bietenden Gelegenheit ausgepackt. Praktisch ist auch ihr recht kleines Packmaß, zu dem sie sich zusammenlegen lassen. Sie sind nicht die leichtesten, aber Stabilität bekommt man nicht geschenkt.

D wie DUSCHE

Abends füllen wir die Solardusche, legen den Sack dann irgendwo aus, wo er die meiste Sonne abbekommt und haben dann meist am Morgen schön warmes Wasser zum Duschen. Mit einer einfachen aber durchaus effektiven Konstruktion befestigen wir den Duschsack an einem Ast, den wir auf den Dachträger legen und dann müssen wir uns nur noch darunterstellen und die Tropfen auffangen.

E wie EIER BRATEN

Wenn zwei anerkannte Nicht-Köche gemeinsam reisen kann man nicht viel erwarten was den Speiseplan betrifft. Da gibt es natürlich reichlich Konserven, viel Brot mit Käse und Cracker mit Senf, Spaghetti, Gemüse und Obst, das bekannte Stockbrot, ab und zu mit Glück einen altersschwachen, blinden oder lebensmüden Fisch, der sich an unsere Angelschnur hängt, oder auch mal frische Eier in sämtlichen Formen: gerührt, gekocht und gespiegelt. Und wenn wir erst einmal so richtig in Fahrt sind kann sich sogar mal ein geschnittener Paprika dazu in die Pfanne verirren. Wir hoffen, daß unser Freund Thomas, passionierter Hobbykoch, wenigstens ein kleinwenig stolz auf uns ist, wenn er das liest und die Beweisfotos sieht.

F wie FEUER

Zu unserem Glück haben wir laut der einheimischen Bevölkerung bisher einen der kältesten Sommer in Finnland für unsere Reise rausgesucht. Und so gab es bisher schon einige Regentage und auch wenn die Sonne scheint weht teils ein frischer Wind. Da hebt es augenblicklich die Stimmung, wenn man sich abends oder auch mal zwischendurch auf einer Wanderung an ein wärmendes Feuer setzen kann. Wenn es richtig kalt ist kann man sich auch vor dem Schlafengehen noch ein paar Steine ins Feuer legen und diese dann zum Warmhalten der Füße mit in den Schlafsack nehmen. Aber so kalt war es bisher doch noch nicht.

G wie GPS

Das fällt in Ruths Verantwortung. Das Aufzeichnen unserer Route, sowohl gefahrenals auch gewandert oder mit dem Boot zurückgelegte Strecken, das Setzen von Wegpunkten an besonderen Orten, Sehenswürdigkeiten oder Nachtlagern oder als auch Hilfe bei der Orientierung. Mittlerweile auch unser stetiger Begleiter, der uns erst einmal etwas verwirrt hatte, als wir nahe der ukrainischen Grenze fuhren und unser GPS uns im Meer vor Ghana wähnte. Wir haben die Störung damals in Zusammenhang mit dem Ukraine Konflikt gebracht, denn mit wachsender Distanz zur Grenze kehrte auch die bekannte Zuverlässigkeit unseres Garmin 62s zurück.

H wie HELL

In den ersten Nächten fühlte sich Jürgen ein wenig wie Al Pacino in "Insomnia". Die fehlende Dunkelheit in der Nacht brachte ihm etwas aus dem Rythmus und so mußte er sich teilweise bis morgens in den Schlaf kämpfen, was für ihn mehr als ungewohnt war, kann er sonst doch immer und überall schlafen. Zusätzlich scheint es der Tierwelt auch nicht anders zu gehen und es ist die Nacht hindurch ein immer wieder ansteigendes und abebbendes Zwitscherkonzert zu vernehmen. Wüßte man es nicht besser, könnte man ab und an die Vögel in den Bäumen für eine wildgewordene Paviangruppe halten. Uns ging es zu Beginn genau andersherum als einem jungen Finnen. Er erzählte uns, daß er Wochen lang nicht einschlafen konnte wegen der Geräusche der Stadt, als er zum Studieren vom Land in eine Wohnung in der Stadt zog. Wir mußten uns erst wieder an die Stille und Laute der Natur gewöhnen. Es bedurfte nur einer kurzen Eingewöhnungszeit und wir genießen jeden Augenblick. Die ausbleibende Finsternis hat auch Vorteile. so können wir uns mit der Suche nach einem Nachtlager Zeit lassen und bis spät in die Nacht mit dem Boot auf den Seen bleiben.

I wie INFORMATIONSBESCHAFFUNG

Allgemeins Informationen tragen wir schon lange vor dem eigentlichen Reiseantritt zusammen. Wir schauen, was es zu den entsprechenden Ländern an Literatur oder Dokumentationen gibt, lesen Romane, die zur Thematik passen und so ergibt es sich fast automatisch, daß zumindest schon einmal eine grobe Route entsteht, die nach und nach verfeinert und ausgearbeitet wird. Die Zeitplanung lassen wir meist so flexibel, daß unvorhergesehene Situationen Platz darin finden können und man auf spontane Begebenheiten, die man erst vor Ort erfährt und die sich von zu Hause aus gar nicht planen lassen, eingehen kann. Während der Reise ist eine wichtige und unerlässliche Quelle für Informationen, die einheimische Bevölkerung. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, reden wir mit den Menschen, erzählen ihnen von uns und unserer Reise und so oft erfahren wir wertvolle Tips oder hören spannende Geschichten, die in keinem Reiseführer zu finden sind. Oft ist auch der Dicke, unser Fahrzeug, für einen ersten Kontakt gut und häufig haben wir schon erlebt, daß Menschen über ihn ins Gespräch mit uns kommen. Wenn sich die Möglichkeit bietet bemühen wir das Internet für aktuelle Wetteraussichten, wobei sich die bisher in Finnland fast ausnahmslos als falsch herausgestellt haben. Ab und an liegen Bildbände in Läden oder den Empfängen von Campingplätzen aus, und beim Durchblättern kann man manchmal auch interessante Orte entdecken. Immer wieder trifft man andere Reisende, die ähnliche Routen hinter oder noch vor sich haben und so tauscht man sich auch untereinander immer wieder aus.

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