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Im kleinsten Nationalpark Finnlands - Petkeljärvi

Finnland beherbergt insgesamt 40 Nationalparks; der jüngste mit dem Namen Hossa kam erst 2017 anläßlich der 100-jährigen Unabhängigkeit des finnischen Staates dazu. Die Nationalparks sollen die besondere Flora und Fauna des Landes schützen, den Menschen einen Ort zur Erholung bieten, aber auch ganz besondere und für Finnland typische Landschaftsformen bewahren. Das mit nur sechs Quadratkilometern kleinste dieser Naturschutzgebiete liegt ganz im Osten Finnlands, nahe der russischen Grenze, im Gebiet der Gemeinde Ilomantsi: der Petkeljärvi-Nationalpark.

Der Petkeljärvi-Park ist geprägt von ausgedehnten sandigen Kiefernwäldern, Toteiskesseln und teils steilen, felsigen Landrücken, die zu beiden Seiten hin zum im Spätsommer tiefblauen Wasser abfallen. Zwei gut ausgeschilderte Rundwege gibt es hier zu erkunden, und mit etwas Glück bekommt man die Prachttaucher zu sehen, die hier heimisch sind. Sie zieren nicht nur das Logo des Petkeljärvi, ihre eigenartigen Rufe können einen nachts im Zelt schon mal aus dem Tiefschlaf holen. Im 19. Jahrhundert war die Region zwischen Ilomantsi und dem Weiler Möhkö nahezu vollständig entwaldet. Im Jahre 1956 aber hatte sich die Natur hier soweit erholt, dass ein Schutzgebiet eingerichtet werden konnte.

Jetzt Mitte August, wenn die ersten Birkenblätter sich gelb färben, gibt es allerhand zu entdecken am Fuße der mächtigen, zwischen 150 und 200 Jahre alten Kiefern. Neben der allgegenwärtigen Rentierflechte bedeckt dichtes Beerengestrüpp den Boden, im Spätsommer können die kleinen, schmackhaften Blaubeeren geerntet werden. Immer wieder schauen die brauen, blassvioletten oder leuchtend roten Kappen von unzähligen Pilzen aus dem Unterholz hervor. Jetzt ist auch für die Finnen die beste Zeit zum Beeren pflücken und Pilze sammeln angebrochen.

Mitten im See Nuorajärvi, etwas nördlich des Petkeljärvi-Nationalparks, liegt eine kleine Insel. Auch sie ist Naturschutzgebiet, allerdings auf private Initiative einer Familie hin. Eero, den wir ein paar Tage zuvor auf dem Karhufestivaali kennengelernt haben, nimmt uns mit seinem Boot dorthin mit. Es ist ein kleines Paradies mit einfacher Holzhütte und Sauna. In einer flachen, sandigen Bucht laufen die Wellen des dunkelbraunen Seewassers ans Ufer. Der über dem offenen Feuer kochende Kaffee verströmt sein angenehmes Aroma und Würstchen brutzeln auf dem Grill. Wir sitzen eine Weile zusammen und erfahren mehr über Eero und Ilomantsi.

In Sichtweite, auf einem winzigen bewaldeten Eiland, nisten seit mindestens zehn Jahren Fischadler. Ihr beeindruckend großer Horst thront hoch oben in einer Baumkrone. Eero hat in der Nähe des Nests eine Kamera zu Forschungszwecken angebracht (nur dazu darf die Insel überhaupt betreten werden). Dieses Jahr war die Brut erfolgreich. In diesen Tagen werden die beiden Jungvögel Manu und Manta sich nach Nordafrika aufmachen, wo sie überwintern und zum ersten Mal fischen werden. Ihre Eltern fliegen auch gen Süden; Männchen und Weibchen verbringen die kalte Jahreszeit an weit voneinander entfernten Orten und treffen sich doch jedes Frühjahr wieder auf der kleinen Insel im Nuorajärvi. "Vielleicht", schmunzelt Eero, "hält die lange Trennung ihre Beziehung jung".

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